Weltfriedensdienst e.V.

Wir essen keine Rosen!

Jede dritte Rose zum Valentinstag kommt aus Kenia. Dabei gilt der Norden Kenias generell als sehr trocken. Reicht der Niederschlag während der zwei Regenzeiten im November und März nicht aus, verschlimmert sich im gesamten Norden Kenias die Dürre.

Das ist im Moment der Fall, berichtet ein WFD-Mitarbeiter vor Ort. Die Dürre nimmt den meist als Viehzüchter- und Hirten lebenden Menschen ihre Lebensgrundlage. Die Viehherden müssen immer weitere Wege zurücklegen, um an das noch verbliebene Weideland und Wasser zu kommen. Die Tiere magern ab oder sterben, der überlebenswichtige Viehmarkt der Region bricht zusammen. Ressourcen werden knapper und Konflikte verschärfen sich. Hirten treiben zunehmend ihre Herden in fremde Gebiete. Die Counties Laikipia und Elgeyo Marakwet werden immer wieder von Hirten aus anderen Regionen aufgesucht, auf der Suche nach Wasser und Weideland kommt es zu Raubüberfällen. Das rote Kreuz hat im Norden Kenias damit begonnen, Nahrungsmittel-Notrationen an die Einwohner zu verteilen. Viele sind bereits ins benachbarte Uganda geflohen. Mehrere religiöse Anführer drängen derzeit die Kenianische Regierung, die aktuelle Dürre zur nationalen Krise auszurufen. Dann könnten Sicherheitsreserven angebrochen werden, um die Situation in den kritischsten Gebieten abzumildern.

Für uns soll’s rote Rosen regnen?

Während viele Menschen in Kenia und ihr Vieh hungern und fast kein Trinkwasser mehr zur Verfügung haben, wachsen auf den verbliebenen fruchtbaren Böden im Nordosten (Nanyuki) Rosen für den Export. Die Rosenproduktion in den fußballfeldgroßen Gewächshäusern benötigt pro Rosenfarm und Tag ca. 20 Millionen Liter Wasser. Wasser, das  die Firmen unbezahlt abpumpen, obwohl die Menschen vor Ort es zum Überleben benötigen. Etwa jede dritte Rose, die in Deutschland am Valentinstag verkauft und verschenkt wird, kommt aus Kenia.
So gut dieser Liebesgruß gemeint ist – so bitter ist es für die Betroffenen, das knappe Wasser in ferne Länder verschwinden zu sehen. Der Weltfriedensdienst engagiert sich vor Ort genau mit der Frage der sich verknappenden Ressourcen Land und Wasser. Die Arbeit mit den lokalen Partnern ist vielversprechend. Pflänzchen der Hoffnung wachsen- allemal besser als Rosen für den Export. Denken Sie über andere Liebesgrüße zum Valentinstag nach. Die Bauern in Kenia brauchen das Land und das Wasser für ihre Ernährung!!