Weltfriedensdienst e.V.

„Water is of the people and by the people must be controlled“

Vom 17. bis 22. März fand das Alternative Weltwasserforum statt. Mehr als 7000 VertreterInnen von über 450 Nicht-Regierungs-Organisationen fanden sich dafür zu einem Ideen- und Perspektiven-Austausch in Brasilia zusammen. Das alternative Weltwasserforum ist ein Gegenentwurf zu dem stark von der Industrie beeinflussten Weltwasserforum des Weltwasserrates, das zur gleichen Zeit ebenfalls  in Brasilia stattfand. Nach konstruktiven Debatten und ausführlichen Gesprächen über Wasser in all seinen Daseins-Formen verständigten sich die Konferenz-Teilnehmer auf eine Abschluss-Deklaration, die besonderen Wert darauf legt, dass Wasser keine Handels-Ware ist, sondern den Menschen gehört.

“We are the guardians of the waters and defenders of life.”

Die Erklärung betont, dass gerade der Globale Süden als Rohstoff-Lieferant von Wasserknappheit  und Wasser-Industrialisierung betroffen ist. Gastgeber Brasilien selbst hat mit verfallener Infrastruktur und seit Jahrzehnten klammen öffentlichen Kassen besonders damit zu kämpfen - 18 Bundesstaaten denken bereits über eine Privatisierung ihrer Wasserversorgung nach.

“We are people of the water and water of the peoples.”

Innerhalb des Globalen Südens trifft die Wasserprivatisierung dann besonders marginalisierte Gruppen: Frauen, indigene und traditionelle Gemeinschaften, schwarze Bevölkerungs-Teile, MigrantInnen und Geflüchtete, Kleinbauern und Bewohner von Armenviertel vor Städten.

„Water is of the people and by the people must be controlled“

Die KonferenzteilnehmerInnen lehnen eine neoliberale Ideologie ab, die das Gemeingut Wasser zu einer Handelsware degradiert. Es wird ein klares Statement gegen Unternehmen abgegeben, deren Profitinteresse öffentliche Wasser-Versorgung, - Regulierung und –Politik beeinflusst, und deren Ziel es ist einen weltweiten Markt für Wasser zu erschaffen.

„Finally, we note that the surrender of our wealth and common goods
leads to the destruction of the sovereignty and self-determination of peoples,
 as well as the loss of their territories and ways of life.”

Demokratie ist einer der Kernforderungen der Erklärung: Nur dann können einfache Menschen den Profitinteressen etwas entgegensetzen. Denn wenn Menschen ihr natürliches Recht auf die Ressource Wasser aufgeben, ist dies oft der erste Schritt zur weiteren Ausbeutung. So ist Wasserprivatisierung oft nur eines von vielen Problemen vor Ort. In den betroffene Gegenden sind häufig Rassismus, sexueller Gewalt, Kriminalität und Ausbeutung an der Tagesordnung.

“Water is life, it is health, it is food, it is territory, it is human right, it is a sacred common good.”

Die vielfältigen Teilnehmenden der Konferenz brachten einen enormen Reichtum an Wissen, Kultur und Formen des Widerstands und des Kampfes für Leben und Wasser mit ein. Dadurch zeigte sich die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes beim Ringen um Wasser: Gesellschaftliche Ungleichbehandlung von Frauen, indigenen Gruppen und ArbeiterInnen muss beendet werden. Diese Prozesse müssen aber auch immer mit der Ökologie, also mit dem Ziel, mit der Natur im Einklang zu leben, mitgedacht werden. Denn nur durch die Schonung unserer Umwelt und der Umstellung des Wirtschaftssystems auf umwelt- und vor allem wasserfreundliche Praktiken kann Diskriminierung längerfristig überwunden werden.

Doch die Arbeit der Konferenz sollte nicht mit dem Abschlussstatement enden: Aufbauend auf die miteinander geteilten Erfahrungen sollen die gewonnen Erkenntnisse weltweit mit Graswurzel-Bewegungen geteilt und so vielfache Wirkungen entfalten. Dabei soll ein Netzwerk von internationaler Unterstützung und Solidarität entstehen, mit Jenen die Wasser gegen transnationale Unternehmen, Unrechts-Regime und Profitinteressen verteidigen und für ihre Rechte einstehen, gegen rassistische, sexistische und diskriminierende Strukturen.

“Its it time of hope and struggle. Only the struggle will make us win. We will triumph!”

 

Lesen Sie die ganze Erklärung online.