Weltfriedensdienst e.V.

People 4 Soil - Petition

Boden ist ein lebendiges Ökosystem, das essentiell für die Gesundheit der Menschheit und der Umwelt ist. Er ist eine lebendige, begrenzte, nicht erneuerbare und nicht ersetzbare Ressource, die das Wohlergehen der jetzigen und zukünftigen Generationen sichert. 

Dieses Ökosystem ist besonders in Europa in Gefahr, unwiderruflich zerstört zu werden. Erosion, Landschaftsversiegelung, Rückgang der organischen Masse, Biodiversitätsverlust und Vergiftung zählen dabei zu den kritischsten Bedrohungen. Denn zurzeit gibt es keinerlei Gesetzgebung auf der europäischen Ebene, die fokussiert Bodenschutz- und erhalt regelt. Nach wie vor sind die Bemühungen, Bodenschutz in politischen Rahmenbedingungen und durch nationale Gesetze zu integrieren völlig unzureichend, um die Zerstörung des Bodens zu reduzieren. Deshalb ist es dringend Notwendig, konsequente und gesetzlich bindende Instrumente zu schaffen, die den Boden wirksam und nachhaltig schützen.

Um Druck auf die Europäische Kommission auszuüben Bodenschutz und –erhalt klar gesetzlich zu sichern, wurde am 24. Oktober die Kampagne „People 4 Soil“ als europäische Bürgerinitiative (EBI) ins Leben gerufen. „People 4 Soil“ wird dabei von europäischen Organisationen der bürgerlichen Gesellschaft, Forschungsinstituten, Bauernvereinigungen und Umweltgruppen unterstützt.

Wir unterstützen People4Soil!

Auch der Weltfriedensdienst ist unterstützender Teil der Bewegung. Besonders in Hinblick auf den eigenen Themenschwerpunkt Wasser, ergeben sich viele inhaltliche Schnittmengen. Denn: Bodenschutz ist Wasserschutz.

Deutschland ist ein wasserreiches Land, das gewöhnlich mit ausreichend Niederschlag gesegnet ist. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Süßwasserspender wie Flüsse und Seen und in eine Infrastruktur, um diesen nationalen Wasserbestand in qualitativ hochwertiges Trinkwasser umzuwandeln. Daher wird man in Deutschland scheinbar nicht mit Problematiken wie Wasserknappheit oder Verwüstung konfrontiert. „People 4 Soil“ zielt darauf ab, Bürgerinnen und Bürger in ganz Europa darüber aufzuklären, welche Risiken mit einer achtlosen und nicht nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Böden einhergehen und wie dies unseren Zugang zu sauberen Wasser beeinflusst.

Denn der Boden hat eine zentrale Aufgabe in der Wasserreinigung, die für unsere Trinkwasserversorgung notwendig ist. Wird demnach der Boden durch intensive Aktivitäten der industriellen Landwirtschaft, nicht sachgerechter Abfalllagerung, Bergbau und militärischer Aktivitäten verschmutzt, wird die Qualität unseres Trinkwassers immens verringert und die menschliche Gesundheit stark beeinträchtigt.

Besonders in Deutschland sind die Folgen umweltbelastender Landwirtschaft durch Überdüngung mit Gülle und Mist in den politischen Vordergrund gerückt. Die Düngung mit Gülle geht einher mit hohen Nitratwerten, die das Grundwasser und die Böden verschmutzen und gesundheitliche Risiken für Menschen beinhalten. In Deutschland liegt die Nitratbelastung über der geltenden EU-Richtlinie. Anfang November reichte die Europäische Kommission eine 40 seitige Anklageschrift  gegen die Bundesrepublik Deutschland ein, aufgrund von mangelndem Grundwasserschutz und zu hoher Nitratwerte in den Böden. Im Fall einer Verurteilung und einem Verstoß der Richtlinien würden Deutschland Geldstrafen in sechsstelliger Höhe pro Tag drohen. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung.   

Boden ist auch eine essentielle Ressource, Fluten zu regulieren, denn er kann heftige Regenfälle speichern: Die Versiegelung und Verdichtung von ursprünglich durchlässigen Böden sorgt für einen schnellen Ablauf des Regenwassers in das Flussnetzwerk.  So gehen in der Europäischen Union jährlich 970 Millionen Tonnen Boden durch Wassererosion verloren, was der Dimension von 1 Meter Boden auf der Fläche der Stadt Berlin entspricht.

Ohne den Schutz der Böden ist es unmöglich, Lebensmittelsicherheit zu garantieren, die Zerstörung der Biodiversität aufzuhalten, zu einer giftfreien Landwirtschaft zu kommen, die Klimakatastrophe abzufedern und sich dem Klimawandel anzupassen. Genau, deshalb unterstützt der Weltfriedensdienst die Kampagne „People 4 Soil“ und bittet auch Sie um ihre Unterschrift.

> Hier geht es zur Peopl 4 Soil Online Petition

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