Weltfriedensdienst e.V.

Flut in Simbabwe

Simbabwe wird gerade von heftigen Überflutungen heimgesucht. Die Regionalkoordinatorin des Weltfriedensdienst berichtet darüber aus Harare: „Die Zeitungen hier sind täglich voll von Berichten von Menschen, deren Häuser weggespült wurden, von Feldern, die von Überschwemmungen zerstört wurden, von Menschen, vor allem Kindern, die in den Flüssen ertrinken, und von jeder Menge zerstörter Infrastruktur.“

246 Menschen haben aufgrund der Flut bereits ihr Leben verloren. Mehr als 2500 Häuser wurden schon beschädigt und mehrere Tausend sind noch immer einsturzgefährdet. Viele Straßen sind durch die Wassermassen beschädigt, einige vollständig zerstört worden. Ganze Gemeinden sind deshalb abgeschnitten von der Außenwelt. 85% der Staudämme im Land sind voll und laufen zum Teil bereits über. 70 kleinere und mittlere Staudämme sind bereits gebrochen. Die Regierung Simbabwes hat diese Überschwemmungen zu einer nationalen Katastrophe erklärt.

Seit Jahren fällt nicht genug Regen

In die 5 Monatige Regenzeit von November bis März fallen 90% der jährlichen Niederschläge in Simbabwe, im Schnitt 1000 mm. Da die Menschen überwiegend Landwirtschaft im Regenfeldbau betreiben, sind diese Monate für Anbau und Ernte von Feldfrüchten entscheidend. 
Die letzten Jahre waren immer wieder durch ungewöhnliche Trockenheit geprägt. Zum menschengemachten Klimawandel kam im letzten Jahr auch noch eine Dürre hinzu, verursacht durch das periodisch auftretende Klimaphänomen El Niño. Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern verloren ihr Vieh und konnten keine Ernte einbringen. Jede/r dritte SimbabwerIn war von Lebensmittelknappheit bedroht.
Seit November 2016 hat es nun ungewöhnlich stark geregnet. Erneut kommt es, diesmal durch Überschwemmungen in vielen Landesteilen zu drastischen Ernteausfällen.

Von der Überflutung betroffene Regionen

Am 1. März hat der UN-Nothilfekoordinator (Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten) die Matabeleland North Provinz als am stärksten betroffene Region benannt. Aber auch die Midlands, Matabeleland South, Harare und viele weitere Provinzen sind betroffen. Außerdem bestehe das Risiko für weitere Überflutungen, da in den meisten Gegenden noch immer starke Regenfälle anhalten. Darunter fallen auch WFD-Projektregionen. Laut dem Blitzflut-Leitsystem wurden vor wenigen Tagen auch für Chimanimani ein Zyklon und damit einhergehend Überflutungen vorhergesagt. Dort arbeitet der Weltfriedensdienst mit der Kleinbauernorganisation TSURO zusammen an > gemeinschaftlichem Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität und mit der Organisation CELUCT an der gewaltfreien Bearbeitung von Konflikten.

Die Lage in Chimanimani ist okay

Unser Kooperant bei TSURO Ulli Westermann berichtet: „Der Zyklon ist etwas südlicher von uns vorbeigezogen. Alle Flüsse sind - immer noch - sehr voll und manche Straßen schlecht passierbar. Es gab aber nur kleinere Erdrutsche und generell sieht das Land so gut aus wie schon lange nicht mehr: Dichte Baumkronen, gesundes Grasland auch in Gebieten, die noch vor wenigen Monaten eher einer Wüste glichen. Die Ernte ist generell okay, allerdings in manchen Gegenden im Osten durch übermäßige Nässe beeinträchtigt. Bohnen hatten einen schweren Stand.
Unterm Strich also sind die Befürchtungen für Chimanimani zum Glück nicht eingetreten und wir können nicht von einer Katastrophensituation in Chimanimani sprechen. In den anderen genannten Provinzen sieht dies allerdings anders aus.“