Weltfriedensdienst e.V.

Avocados: Wasserraub im Trend

Deutschland importierte 2017 fast 70 Tausend Tonnen Avocados – und die Zahl wächst stetig. Allein im Jahr zuvor um 10 Tausend Tonnen.

Dabei ist die Wasserbilanz von Avocados dramatisch: Nahezu 1000 Liter Wasser werden für die Herstellung von zweieinhalb  Avocados (1 kg) verbraucht. Das ist achtmal so viel wie für eine regionale Kartoffel. Geschätzt macht das fast 70 Milliarden Liter virtuelles Wasser das für den deutschen Avocado-Import verbraucht wird.

Avocados verursachen Wasserknappheit in Chile

Viele Avocados, die in Deutschland gegessen werden, stammen aus Regionen wie  Petorca – ein Wassernotstandsgebiet in Chile. Dort ist die Avocado-Zucht ein riesiges Business: 2014 exportierte Chile Avocados in Wert von 170 Millionen US-Dollar – Tendenz steigend. Dabei haben Großbetriebe KleinbäuerInnen schon lange vertrieben. Inzwischen hat die mächtige Agrar-Lobby großen Einfluss in Chile gewonnen: Über Verstöße gegen Wasserschutzmaßnahmen wird hinweggesehen, illegale Wasserentnahme von Unternehmen kosten als Ordnungswidrigkeit nur Pennys und viele PolitikerInnen sind familiär oder persönlich  in den Agrar-Unternehmen verstrickt. So hat das eigentliche wasserreiche Chile mit Wasserknappheit zu kämpfen:  Die chilenische Wasserressourcen und das Wassermanagement sind zu 100% privatisiert - das ist weltweit einmalig. So sind die BürgerInnen auf sich gestellt, wenn 80 % des chilenischen Wasser in der Agrarindustrie versickert. Doch der Avocado-Anbau schadet nicht nur Chile, die wasserreiche Frucht, die oft weite Weg zurücklegt bevor sie gegessen wird, ist ein Problem für viele Anbauländer des globalen Südens: In Mexiko werden Wälder abgeholzt, um Avocado-Plantagen zu errichten, in der peruanischen Avocado-Anbau-Regionen Ica wurde der Wassernotstand ausgerufen.

Nachhaltige Landwirtschaft ist möglich

Wie nachhaltige Landwirtschaft auch in wasserarmen Gebieten funktionieren kann, zeigen die Partnerorganisation des Weltfriedensdienst ENDA ProNat im Senegal und TSURO in Simbabwe. In Chile kämpft die Heinrich-Böll-Stiftung gemeinsam mit ihrem Partner MODATIMA für die Wasserrechte der Bevölkerung.

Finden Sie heraus wie viel virtuelles Wasser Sie in Ihren Alltag verbrauchen: Beim Essen von Avocados, bei der Kleidung, die Sie tragen, bei ihrer Fahrt zur Arbeit und vielem mehr. Probieren Sie jetzt unseren Wasserfußabdruckrechner – die Wasserampel!

Mehr über die Wasserprobleme in Chile können Sie in der Weltspiegel-Reportage: Avocado - Umweltkiller Superfood erfahren.