Weltfriedensdienst e.V.

Argentinien

Die Provinz Jujuy im Nordwesten Argentiniens zählt mit den angrenzenden Staaten Bolivien und Chile zum sogenannten Saudi Arabien des Lithium. In den großen Salzseen der Region befinden sich die weltweit größten, leicht zugänglichen Vorkommen des Metalls. Es ist in der Informationstechnologie nicht zu ersetzen und auch für die Herstellung von Batterien für Hybrid-und Elektroautos unverzichtbar. Mitsubishi, Toyota und andere Unternehmen aus Japan, Südkorea, Kanada und Australien wollen in der wasserarmen Region Lithium gewinnen. Einige haben mit der Förderung bereits begonnen.

Die angewandte Förderungstechnologie verbraucht in großen Mengen Grundwasser. Dabei zählt für die indigenen Gemeinden, die in der semiariden Region leben, jeder Liter Wasser für Haushalt und Landwirtschaft. Zudem gewinnen sie seit Jahrhunderten behutsam Salz aus den Salzseen und treiben damit Handel. Die Unternehmen verhindern nun den Zugang der Gemeinden zu diesen Salinen. Damit bedroht die Lithium-Gewinnung etwa am größten Salzsee Salinas Grandes das Überleben von 33 Gemeinden. Was die Unternehmen als Kompensation versprechen, verdient diesen Namen nicht.

Indem die argentinische Regierung internationalen Unternehmen bestmögliche Investitionsbedingungen verschafft, wird das Recht indigener Gemeinden auf Mitsprache bei der Nutzung ihrer Ländereien aufs Gröbste verletzt. Der Rat der Indigenen Organisationen von Jujuy, COAJ, unterstützt die Betroffenen bei ihrem Widerstand und fordert deren angemessene Beteiligung bei der Entscheidung über die künftige Nutzung der Salzseen. Der Weltfriedensdienst fördert und berät COAJ seit mehr als 10 Jahren.

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