Weltfriedensdienst e.V.

Wasser ist Menschenrecht

Sauberes Trinkwasser und eine sanitäre Grundversorgung sind nicht nur Menschenrechte, sondern auch Teil der Menschenwürde und der Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung. So zumindest formuliert es die UN-Resolution 64/292 der Generalvollversammlung der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2009. In vielen Teilen der Welt ist das Menschenrecht auf Wasser jedoch eher Wunschvorstellung als Realität.

Sauberes Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung retten Leben

Mehr als 60 Jahre nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, haben die Vereinten Nationen der Forderung nachgegeben, das Recht auf Wasser und adäquate sanitäre Versorgung in die Liste der Menschenrechte aufzunehmen. Angesichts alarmierender Zahlen war dieser Schritt im Rahmen der 64. Generalversammlung bereits überfällig. Sauberes Trinkwasser ist, der UNO-Resolution zufolge, circa 783 Millionen Menschen verwehrt. Zusätzlich leben etwa 2,6 Milliarden Menschen ohne jedwede sanitäre Grundversorgung.

Jedes Jahr sterben etwa 1,5 Millionen Kinder unter 5 Jahren an Krankheiten, die mit verschmutztem Trinkwasser oder schlechter sanitärer Versorgung in Verbindung stehen. Insgesamt schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der jährlichen Toten im Zusammenhang mit inadäquatem Trinkwasser und schlechten hygienischen Bedingungen auf 8 Millionen weltweit. Am stärksten betroffen ist vor allem der Teil Afrikas südlich der Sahara. So schätzte die UNO 2012, dass weiterhin 40 Prozent der Bevölkerung Subsahara Afrikas sauberes Trinkwasser verwehrt ist.


Landraub und Wasserraub verschlimmern Wassermangel

Allerdings stellen nicht nur eine schlechte Trinkwasserversorgung oder mangelhafter Zugang zu sanitären Anlagen ein Problem dar. Auch Landraub (land grabbing), Wasserraub und Privatisierung von Wasser spielen eine starke Rolle in Ländern des globalen Südens und Nordens. Verstärkt versuchen international agierende Konzerne Wasser und Wasservorkommen zu privatisieren und kommerziell zu nutzen. Nicht zuletzt die Bürgerinitiative gegen Privatisierung von Wasser innerhalb der EU von 2013 zeigt, wie aktuell das Thema ist.

Vor allem in Afrika fehlen Regionalorganisationen und ähnliche Strukturen wie in der Europäischen Union, die Wasser als öffentliches Gut erhalten wollen und können. Der Erwerb von Wasser- und Landtiteln durch Privatpersonen und Unternehmen ist in afrikanischen Staaten um einiges einfacher. Kommt zu der bereits prekären Lage bei sauberem Trinkwasser und sanitärer Versorgung auch noch die Privatisierung von Wasser hinzu, führt das dazu, dass vielen Menschen ihr Menschenrecht auf Wasser verwehrt bleibt.

• Wasser ist Menschenrecht.
• Etwa 884 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser.
• Mehr als 2,6 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu einer sanitären Grundversorgung.
• Jedes Jahr sterben infolge von wasser- und sanitärbedingten Krankheiten etwa 1,5 Millionen Kinder  unter fünf Jahren.

(Quelle: Resolution der 64. Generalversammlung der Vereinten Nationen)

 


Die UNO macht deutlich: Wasser ist Menschenrecht!

Wie wichtig der Grundsatz  „Wasser ist Menschenrecht“ jedoch ist, zeigt nicht nur der Resolutionstext der Vereinten Nationen, sondern auch die verschiedenen Berichte zum Stand der UNO-Millenniums-Entwicklungsziele.

Unter Punkt Sieben „Ensure Environmental Sustainability“, der sich mit nachhaltiger Entwicklung und dem Schutz der Umwelt befasst, macht die UNO noch einmal deutlich, dass Wasser ein Menschenrecht ist. Eines der Millenniums-Entwicklungsziele ist, die Zahl derer ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser bis 2015 um die Hälfte zu senken. Beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung von Johannesburg wurde zudem im Jahr 2002 vereinbart, den Anteil der Menschen um die Hälfte zu senken, die keinen Zugang zu grundlegenden sanitären Einrichtungen haben. Wie der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan treffend anmerkte, ist Wasser nicht nur ein menschliches Grundbedürfnis, sondern ein grundlegendes Menschenrecht.

„Der Zugang zu unbedenklichem Wasser ist ein menschliches Grundbedürfnis und daher ein grundlegendes Menschenrecht. Verschmutztes Wasser gefährdet sowohl die körperliche als auch die soziale Gesundheit aller Menschen und ist ein Angriff auf die Menschenwürde.“

Kofi Annan, ehemaliger UN-Generalsekretär

 

 


Sauberes Wasser für alle

Wasser ist eines der grundlegendsten Bedürfnisse des Lebens und eine zentrale Grundlage der menschlichen Entwicklung. Sauberes Trinkwasser und Zugang zu sanitären Anlagen sind maßgeblich für die körperliche und soziale Gesundheit. Daher sieht er verschmutztes Trinkwasser nicht nur als unmittelbare Gefährdung für die Gesundheit, sondern als direkten Angriff auf die Menschenwürde.  Auch die UNO-Resolution von 2009 beschreibt sauberes Trinkwasser und Sanitätsversorgung als unerlässlich für den vollen Genuss des Lebens und aller Menschenrechte. Folgerichtig fordert sie, internationale Organisationen und die globale Gemeinschaft auf, im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit Finanzmittel, Technologien und Kapazitäten bereitzustellen. Insbesondere in Ländern des globalen Südens, braucht es diese Ressourcen, um den Zugang zu sauberem und erschwinglichem Trinkwasser sowie sanitären Anlagen für alle zu ermöglichen und zu verbessern. Im Rahmen dieser Anstrengungen legen unabhängige Experteninnen und Experten den Vereinten Nationen jährlich einen Bericht zum Thema „Sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung“ vor.  

Die Generalversammlung...

"...1. erkennt das Recht auf einwandfreies und sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung als Menschenrecht an, das unverzichtbar für den Genuss des Lebens und aller Menschenrechte ist";

"...2. fordert die Staaten und die internationalen Organisationen auf, im Wege der internationalen Hilfe und Zusammenarbeit die Anstrengungen zur Bereitstellung von einwandfreiem, sauberem, zugänglichem und erschwinglichem Trinkwasser und zur Sanitärversorgung für alle zu verstärken."